Digitale Film-Distribution - Funktionsweise und kritische Beleuchtung der Auswirkungen auf die Filmindustrie

Digitale Film-Distribution - Funktionsweise und kritische Beleuchtung der Auswirkungen auf die Filmindustrie

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Inhaltsangabe:Einleitung: Immer wieder hat die Film- und Medienindustrie technologische Weiterentwicklungen erlebt. Zuerst lApste das Farb- das SchwarzweiAŸ-Fernsehen ab, dann revolutionierte die VHS-Kassette den Filmkonsum im eigenen Heim und wurde nicht viel spActer durch die DVD abgelApst. Der nunmehr stattfindenden Digitalisierung in Produktion und Vertrieb wird zum momentanen Zeitpunkt eine ebenso weitreichende Revolutionierung der Medienlandschaft prophezeit. Die Digitalisierung im Vertrieb steckt gewissermaAŸen noch in den Kinderschuhen, ist dabei sich zu definieren, den Vertrieb zu revolutionieren und genau an diesem Punkt mApchte ich mit meiner Arbeit ansetzen. Am Beginn einer Entwicklung zu stehen, bedeutet Spannung und Herausforderung zugleich, tAcglich Acndern sich die eben auf den Markt gekommenen Forschungen und Expertenmeinungen. Mit meiner Arbeit versuche ich zunAcchst einmal dem Leser einen Aœberblick A¼ber das gesamte Thema zu geben, ZusammenhAcnge zu erklAcren und vorgefasste Meinungen kritisch zu hinterfragen, um einen professionellen Umgang, frei von blinder Euphorie oder angsterfA¼llten Untergangsszenarien, zu gewAchrleisten. Die von mir bis dato rezipierten Werke zu diesem Thema verlieren sich meist in theoretischen Abhandlungen, die zwar sicherlich auch eine Daseinsberechtigung haben, fA¼r den praktischen Anwender jedoch oftmals nur bedingt hilfreich sind. Meine Motivation ist eher pragmatisch-praktischer Natur, die mit konkreten Beispielen und LApsungsansActzen ein hApchst komplexes Thema mApglichst benutzerfreundlich und anwendbar aufschlA¼sseln will. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, auf Basis der Darlegung des bis dato gAcngigen Filmherstellungs- und Distributionsprozesses, nun den durch die neuen Technologien bedingten Strukturwandel innerhalb dieser Sektoren der Filmindustrie aufzuzeigen sowie seine revolutionAcren MApglichkeiten und Herausforderungen, genauso aber auch mApgliche Risiken kritisch zu beleuchten. Nach derzeitigem Stand begegnet man diesen neuen Entwicklungen zumeist mit A¼berschwAcnglicher Euphorie, die bisher vor allem auf einem theoretischen Konstrukt beruht: Ob diese Euphorie jedoch tatsAcchlich angebracht ist und sich die theoretischen Modelle vor allem auch in der Praxis bewAchren (werden), soll hier kritisch A¼berprA¼ft werden. Ein besonders wichtiger Faktor innerhalb dieser Entwicklungen ist der starke Demokratisierungsprozess, den die Filmwirtschaft in den letzten Jahren erlebt hat, und der in erster Linie die Herstellungs- und Vertriebsbedingungen per se verAcndert hat und weiterhin verAcndern wird, genauso aber auch immensen Einfluss auf das Nutzungs- und Nutzerverhalten hat und dies in den Folgejahren noch um ein Vielfaches mehr haben wird. Nicht nur am prominentesten Beispiel dieses Demokratisierungsprozesses, nAcmlich der Plattform YouTube zeigt sich, dass der Content in den nAcchsten Jahren durch die technologischen Entwicklungen weiterhin massiv zunehmen wird. Dringliche Fragen, die sich dadurch stellen und die im Verlauf der Arbeit diskutiert werden sollen, sind: - Wie erreicht der Content das Publikum trotz des massiven Angebots? - Welche GeschAcftsmodelle ergeben sich? - Welche Auswirkungen haben die Entwicklungen auf die Filmherstellung? - Welche Filme werden zukA¼nftig hergestellt? - Kann zukA¼nftig als Independent Producer oder weiterhin als Big Player mehr Geld verdient werden? - Welche Zielgruppe ist A¼berhaupt interessiert? - A„ndert sich das Nutzungsverhalten der Zielgruppen? - Wie werden die Menschen in Zukunft Content konsumieren? Was werden sie schauen? Wer wird dafA¼r zahlen? Vorrangig werden in dieser Arbeit die Auswirkungen auf die Independent-Filmindustrie im Bereich Low Budget-Filme und kleinere Filmproduktionen behandelt, also Filme, deren Budgets nicht von groAŸen Unterhaltungskonzernen zur VerfA¼gung gestellt werden. Gerade dieser Bereich soll laut Studien und Expertenmeinungen von der Digitalisierung in der Distribution als auch in der Produktion am meisten profitieren. Wobei die Auswirkungen, die jene Entwicklungen auf die groAŸen Filmbetriebe haben werden, ebenso analysiert und zum Vergleich herangezogen werden sollen. In dieser Arbeit werden nicht die Entwicklungen des Digital Cinemas behandelt. Hierbei handelt es sich um den Digitalisierungsprozess der Kinos, die Umstellung der Distributions- und VorfA¼hrungstechniken von analog auf digital. Dies ist ein eigenes, sehr komplexes Thema und wA¼rde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Wenn in dieser Arbeit von Digitaler Content-Distribution gesprochen wird, so handelt es sich ausschlieAŸlich um den direkten Vertriebsweg zum Zuseher. Gang der Untersuchung: Um den AcuAŸerst komplexen Bereich der digitalen Distribution erforschen zu kApnnen, bedarf es vor allem des Mutes, sich bewusst zu machen, dass heute noch brandaktuelle Studien morgen schon wieder veraltet sein kApnnen. Die wohl grApAŸte Herausforderung besteht darin, Systematik in ein Thema zu bringen, das vor allem damit zu kAcmpfen hat, tAcglich mit neuen Entwicklungen am Markt A¼berschA¼ttet zu werden. Das GefA¼hl dafA¼r zu bekommen, welche Themen relevant fA¼r die Entwicklung der digitalen Distribution sind und vor allem, was diese Entwicklung entscheidend beeinflussen wird, ist dabei zentral. AuAŸerdem soll versucht werden, dem Interessierten die MApglichkeit zu geben, einen GesamtA¼berblick A¼ber die aktuellen Marktbewegungen zu bekommen, denn bis dato wurden und werden in der einschlAcgigen Fachliteratur immer nur sehr spezifisch Themengebiete herausgegriffen und abgehandelt. M.E. ist es jedoch von elementarer Bedeutung, sich A¼ber die GesamtzusammenhAcnge im Klaren zu sein, um so auch mit den Herausforderungen und Risiken der rasanten Entwicklung digitaler Distribution umgehen zu kApnnen. Im Wesentlichen gliedert sich die vorliegende Arbeit durch diesen Umstand sowohl hinsichtlich des Materials als auch der Methodik in drei groAŸe Bereiche: Im ersten Abschnitt (siehe Kapitel 2) wird zunAcchst der herkApmmliche Herstellungs- und Vertriebsprozess in kompakter Form erlAcutert und durch bereits publizierte SekundAcrliteratur belegt. Wie werden Filme finanziert, produziert und anschlieAŸend vertrieben? Hierbei wird ein Schwerpunkt auf das europAcische Modell der Filmherstellung gelegt, aber es wird auch mit dem amerikanischen System verglichen. Ebenfalls werden die generellen Marktbewegungen am Filmsektor analysiert, wie z.B. Kinobesuchszahlen, Filmherstellungskosten und die Anzahl produzierter Filme. Diese Grundkenntnisse sind m.E. elementar, um die Auswirkungen der Digitalisierung auch entsprechend bewerten und einordnen zu kApnnen. Der zweite Abschnitt (siehe Kapitel 3 - 8) erklAcrt zunAcchst die Grundlagen der digitalen Distribution. Welche Arten der neuen VertriebsmApglichkeit gibt es, wie funktionieren sie und wie akzeptiert sind sie bereits am Markt und werden es in Zukunft sein? AuAŸerdem werden die grundsActzlichen Vorteile der digitalen Distribution erAprtert. Weitere wichtige Punkte, die hier behandelt werden sollen, sind: rechtliche Herausforderungen, der Begriff der Demokratisierung und seine Auswirkungen auf die Filmindustrie, die Vorstellung diverser aktueller GeschAcftsmodelle und die Frage, wie man den Zuschauer in der digitalen Distribution erreichen kann. Was sich dabei deutlich offenbart: Noch nie hat sich der Markt so rasant entwickelt und verAcndert. Jeden Tag kommen praktisch neue Studien/Analysen und Rezensionen, die sich mit dieser Thematik beschAcftigen, auf den Markt/ins Netz und was gestern noch brandaktuell war, ist heute schon wieder veraltet: Der Markt und seine Bedingungen Acndern sich permanent. Im dritten Abschnitt (siehe Kapitel 9 - 10) werden die Auswirkungen des durch die Digitalisierung bedingten Strukturwandels beim Film beleuchtet. Dies geschieht zunAcchst durch eine GegenA¼berstellung der alten Welt mit der neuen Welt , es wird also der klassische Filmherstellungs- und Filmvertriebsprozess den neuen digitalen MApglichkeiten gegenA¼bergestellt und kritisch analysiert. Anhand dieses Verfahrens sollen die dringlichen Fragen geklAcrt werden: Ist die digitale Distribution tatsAcchlich die vielzitierte eierlegende Wollmilchsau ? Wer profitiert tatsAcchlich davon? Wer am meisten/wenigsten? Was muss man bei der digitalen Distribution beachten, um nicht einer blinden Euphorie zu verfallen? Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.Einleitung7 1.1BegrA¼ndung der Themenwahl7 1.2Zielsetzung7 1.3Arbeitsmaterial und Methodik9 2.Grundlagen der Filmfinanzierung a Distribution - Alte Welt 11 2.1MarktA¼bersicht11 2.2Independent- vs. Filmstudio-Modell, Unterschiede Europa und Amerika16 2.3Definition Low a High Budget18 2.4Finanzierung19 2.4.1FAprderungen19 2.4.2TV20 2.4.3VorverkAcufe - Weltvertrieb, Verleih21 2.4.4Steuermodelle22 2.4.5Koproduktion23 2.4.6Weitere Finanzierungsformen24 2.5Distribution24 2.5.1Verwertung und ErlApse24 2.5.1.1Kino25 2.5.1.2DVD - Blue-ray - Flash27 2.5.1.3VOD / Streaming29 2.5.1.4Pay-TV a Free-TV29 2.5.1.5Ancilary Rights30 2.5.2Verwertungsfenster30 2.5.3Recoupment31 2.5.4Festivals31 3.Grundlagen der Digitalen Film Distribution - Neue Welt 34 3.1Definition34 3.2Empfang35 3.2.1PC35 3.2.2Set-Top-Box36 3.2.3Konsolen37 3.2.4Mobile GerActe38 3.3Nutzungsart39 3.4Aœbertragung39 3.5Content42 3.5.1User Generated Content42 3.5.2Professional Generated Content43 4.MarktA¼bersicht und Nutzungsverhalten45 4.1Internetnutzung45 4.2Nutzung TV a Videos46 4.3Nutzung Videospiele und virtuelle Welten51 4.4Markt Videoplattformen52 4.5Neues Nutzer- und Nutzungsverhalten53 5.Rechtliche Entwicklungen58 5.1Globale Entwicklungen59 5.2Three Strikes61 5.3DRM61 5.4Offene Systeme - Creative Commons63 5.5Filesharing66 6.Strukturwandel der Filmindustrie68 6.1Ein neues Major-Studio68 6.2Die Demokratisierung in der Produktion und im Vertrieb68 6.3No/Micro/Low Budget Films72 6.4Neue Finanzierungsformen73 6.5Verwertungsfenster im Wandel76 7.Zugang zum Endverbraucher - Wie erreicht der Content den Zuseher, der Zuseher den Content?79 7.1Begriff Filter 79 7.2Die Kollektive Kraft80 7.2.1Virales Marketing80 7.2.2Bewertungen82 7.3Aggregatoren84 7.4EPG / IPG87 8.Monetarisierung - Wie wird Geld verdient?88 8.1Stichwort Content90 8.2GeschAcftsmodelle91 8.2.1Werbung92 8.2.2Bezahlung Abo/Pay-Per-View97 8.2.3Gratis - Freemium 100 8.2.4Selbst-Distribution103 8.2.5Nebenrechte/Nebenverdienste106 8.2.6Kulturflatrate107 8.2.7Freiwillige Abgaben / Fair Use107 8.3Mythos Long Tail108 8.4 1000 True Fans -Prinzip111 8.5Filesharing/Piraterie = Geldausfall?113 9.Die Auswirkungen - Warum nicht alles so rosig ist, wie es scheint116 9.1Kontrolle117 9.2Finanzierung a ErlApse119 9.3Problemfall Globale Distribution125 9.4Marketing kostet weiterhin viel Geld oder viel Zeit128 9.5Filmindustrie ist nicht gleich Musikindustrie131 9.6Neues Nutzungsverhalten, neue Rahmenbedingungen133 9.7Wer profitiert, wer verliert?135 10.Conclusio und Ausblick140 11.Quellenverzeichnis143 11.1Literatur143 11.2Tabellen a Abbildungen144 11.3Interviews148 11.4Internetquellen148 Textprobe:Textprobe: Kapitel 6.3, No/Micro/Low Budget Films: Oftmals waren fehlendes Geld und fehlende VertriebsmApglichkeiten GrA¼nde dafA¼r, warum Filmemacher an einer Filmherstellung scheiterten. Durch den Demokratisierungs- und Digitalisierungsprozess ist es nun fA¼r jedermann leistbar geworden, Filme herzustellen. WAchrend es schwer ist, den Begriff Low Budget zu definieren, sind die Begriffe No Budget und Micro Budget selbsterklAcrend und bekommen durch die Digitalisierung eine immer wichtigere Bedeutung. Denn ein GroAŸteil der Filme, die durch den Prozess der Digitalisierung entstehen, ist in genau jenem Bereich angesiedelt. WAchrend No-Budget-Filme mit fast keinem Budget auskommen mA¼ssen, werden Micro Budget-Filme mit ein paar hundert Euro finanziert. Das Equipment ist meist im Eigenbesitz, als Schauspieler fungieren Freunde, die Locations sind oft die eigenen Wohnungen oder HAcuser. Diese Art der Herstellung ist nicht gAcnzlich neu, schon vor der Digitalisierung wurden kostengA¼nstige Filme hergestellt, z.B. an Filmhochschulen. Doch der Einstieg ins Filmemachen ist zweifellos durch den Fortschritt der Technik erleichtert worden. Die Investition des Filmemachers ist hier also nicht das eingesetzte Budget, sondern die aufgebrachte Arbeitszeit. Es steht auAŸer Frage, dass durch die Digitalisierung auf dem Filmsektor groAŸe Kosteneinsparungen ermApglicht werden. Dennoch ist es ein Irrglaube anzunehmen, dass professionell hergestellte Low Budget-Filme insgesamt billiger werden: Ihre Grundkosten bleiben bestehen- nach wie vor -, denn Teammitglieder, Rechte u.A„. mA¼ssen bezahlt werden. Das Einzige, das definitiv gA¼nstiger wird, ist das Equipment und das Material. Aber das ist zumeist der berA¼hmte Tropfen auf dem heiAŸen Stein. Zudem setzen sich die digitalen Herstellungsmethoden - entgegen vieler Annahmen - erst in einem nach und nach aufkeimenden Prozess durch und Kosteneinsparungen bezA¼glich der o.a. Positionen Equipment und Material sind erst in den nAcchsten Jahren zu erwarten. WAchrend professionell hergestellte Kinofilme weiterhin auf die bestehenden Strukturen zurA¼ckgreifen (siehe Kapitel 2.4), ergeben sich durch die Digitalisierung, wenn auch sehr langsam, neue Finanzierungsformen. Neue Finanzierungsformen: Die Digitalisierung hat ohne Zweifel die Produktion und den Vertrieb revolutioniert. Bei der Finanzierung von Projekten sind die Entwicklungen aber noch in den Kinderschuhen. Noch sind die ErlApse zu gering, dass sich dadurch entsprechende Finanzierungsformen herausgebildet hActten. Dennoch wurden neue Konzepte entwickelt bzw. sie sind einfach entstanden. Crowd Financing wird ein immer wichtigerer Aspekt bei der Finanzierung von Filmprojekten. Dabei werden die Kosten des Projekts auf viele einzelne Investoren verteilt, meistens Privatpersonen, die sogenannte Micro-Payments leisten. Dabei handelt es sich eigentlich um Spenden, denn es kann, muss aber keine Gegenleistung geben. Die sieht im besten Fall eine Gewinnbeteiligung vor, in den meisten FAcllen wird jedoch die Nennung in den Credits oder eine DVD angeboten. Aber um das Verdienen geht es den UnterstA¼tzern sowieso nicht in erster Linie. Filme werden von Privatpersonen unterstA¼tzt, weil sie die Geschichte oder das Thema wichtig finden. Identifikation mit Ideen ermApglicht dadurch nicht nur die Herstellung des Films, es gibt den Filmemachern und Menschen die MApglichkeit eine politische Plattform zu schaffen. So konnten die britischen Do-it-yourself-Filmemacherinnen Lizzie Gillett und Franny Armstrong fA¼r ihren Dokumentarfilm The Age of Stupid zuerst die Entwicklung, dann die Produktion und spActer den Vertrieb mit insgesamt 590.000 Pfund finanzieren. Der Film behandelt die Auswirkungen der globalen ErwAcrmung und konnte mit dem Thema offensichtlich beim Publikum punkten. Mittlerweile lAcuft das Fund-Raising fA¼r eine Not Stupid -Kampagne rund um das Thema und den Film. Das Ziel von 450.000 Pfund scheint nicht mehr in weiter Ferne, knapp die HAclfte wurde bereits A¼berwiesen. Mit Celluloid Dreams hat der Film einen renommierten Weltvertrieb gefunden, weltweite Kinostarts sind ebenso fixiert. Crowed Financing (oder Crowed Funding) ist nicht neu und Filmemacher sind keineswegs die Einzigen, die sich fA¼r diese Finanzierungsform begeistern kApnnen. US-Politiker bringen einen GroAŸteil ihrer Wahlkampf-Budgets durch kleine Spenden aus dem Internet auf Obama konnte alleine in Februar 2008 55 Millionen Dollar durch Crowd Funding einnehmen, 80 Prozent davon kamen aus dem Internet. Dr. SAporen Auer, Wissenschaftler am Computer- und Informationsfachbereich der UniversitAct Pennsylvania, weist im taz.de-Interview auf ein Problem hin: Die Idee kApnnte zweckentfremdet oder missbraucht werden. Crowdfunding funktioniert, wenn man keinen groAŸen Profit erzielt, sondern einem BedA¼rfnis gerecht werden wolle - dem BedA¼rfnis der Geldgeber. Schwieriger werde es, wenn es um die Finanzierung eines Films gehe: Da kApnne man vorher als Spender nicht wissen, ob man am Ende bekommt, womit man gerechnet hat. Filmproduzentin Lizzie Gillett dagegen sieht in Crowdfunding ein Zukunftsmodell. Ihr eigenes Filmprojekt sei schuldenfrei, daher mA¼sse sie keinen Vertrag mit einem Verleiher erkAcmpfen. So kApnnen wir ihn unabhAcngig verkaufen , sagt sie - und sAcmtliche Profite wA¼rden dann unter denen verteilt, die daran mitgearbeitet und ihn finanziert haben . Crowdfunding, sagt Gillett, sei ein wirkungsvolles Werkzeug fA¼r Akteure in den unabhAcngigen Medien. Nicht nur finanziell seien die dann unabhAcngig - sondern eben auch inhaltlich. The Age of Stupid ist das Best-case-Szenario fA¼r Crowd Financing und wird deswegen auch gerne als Beispiel herangezogen. Die Schwierigkeit an dem System ist aber, genA¼gend UnterstA¼tzer fA¼r sein Projekt zu finden. Hat man nicht gerade einen Star an der Hand, eine etablierte Marke oder ein Thema, das vielen Menschen am Herzen liegt, so kann die Bildung einer Fan- und/oder UnterstA¼tzergemeinde seine Zeit dauern. Dies wird von den Filmemachern im Rausch des mApglichen Erfolgs oftmals A¼bersehen. Je nach HAphe des Budgetbedarfs des Films kann es Monate oder sogar Jahre dauern, bis die Finanzierung geschlossen ist. Dies natA¼rlich nur unter einer Voraussetzung, die bei Independent-Filmen schon immer gegolten hat: Entweder ist die Geschichte herausragend oder das Thema erregt Aufmerksamkeit. Durchschnittsware wird auch hier nicht zum gewA¼nschten Erfolg fA¼hren. Eine Plattform, die Micro-Finanzierungen A¼ber die Masse ermApglicht, ist Fundable.org. Diese wurde 2005 gegrA¼ndet und gilt als einer der Pioniere auf dem Gebiet. Die Funktionsweise des Dienstes ist simpel, aber effektiv. Eine Person legt ein Projekt mit bestimmtem Budgetbedarf an und ersucht um finanzielle UnterstA¼tzung. Das kann z.B. im Bereich Film der neue Dokumentarfilm, der Erwerb einer Kamera, oder die Finanzierung der Postproduktion sein. Alles ist erlaubt. Auf der eigenen Website, im Blog oder im Social Network-Profil lAcsst sich A¼ber Banner und Buttons auf den Spendenaufruf verweisen. Interessierte Fans und UnterstA¼tzer kApnnen sogenannte Pledges abgeben, sie sichern ihre UnterstA¼tzung mit einem von ihnen gewAchlten Betrag zu. Wird die Gesamtsumme des Projekts erreicht, werden die BetrAcge der UnterstA¼tzer eingehoben, und nur dann. Fundable A¼bernimmt die technische und finanzielle Abwicklung und kassiert dafA¼r 10 Prozent Provision. Die durchschnittlichen Projektbudgets liegen zwischen 500 und 3000 Dollar, mit durchschnittlichen Zahlungszusagen zwischen 20 und 50 Dollar. Als Gegenleistung erhAclt man entweder eine DVD des fertigen Films, eine Nennung im Abspann oder auch einfach gar nichts.18- bis 24-JAchrige schauen gleich lang Videos A¼ber DVR-Systeme und A¼ber Internet, ca. fA¼nf Stunden. a€c Mit Ausnahme der Teenager steigt die ... Microsoft EMEA, 21 65Vgl. (2008): Cisco Video Project Report. University of Southern California.


Title:Digitale Film-Distribution - Funktionsweise und kritische Beleuchtung der Auswirkungen auf die Filmindustrie
Author: Hannes Kreuzer
Publisher:diplom.de - 2009-08-20
ISBN-13:

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